Fernunterricht und mögliche Gefahren

Die Kunst des Fernunterrichtens und damit verbundene Gefahren

Lesezeit: 11 Minuten

Es war der 9. März 2020, als ich in meinem Beitrag „Schulen schließen & digital unterrichten“ die bundesweite Schulschließung, aufgrund der Coronavirus-Pandemie, forderte.
Es dauerte nur kurze Zeit, bis ich die ersten Rückmeldungen in negativer Form bekam. „Das ist Irrsinn, das kann man nicht machen“ oder „Das sprengt unser System“ oder „Wohin mit den ganzen Schulkindern? Forderung abgelehnt!“.

Bereits eine Woche später wurden bundesweit Schulschließungen zur Realität, Baden-Württemberg brauchte noch einen Tag länger.

Es ist unbestritten, dass die gegenwärtige Situation für Lehrkräfte, Schulkinder und Eltern äußert schwierig und unbefriedigend ist. Dennoch haben Schulen die Pflicht, ihre Fähigkeiten aufzuzeigen, wie sie den Schulunterricht aufrecht erhalten können. Und es zeigt sich, dass viele Lehrkräfte mit tollen Ideen voranschreiten.

In meiner Wahrnehmung senden etwa 90 % der Lehrkräfte Arbeitsblätter an die E-Mail-Adressen der SuS bzw. Eltern und versorgen sie so mit Lernunterlagen (bzw. auch auf dem Postwege). Etwa 5 % der Schulen nutzen die „Chat- / Aufgabenfunktion“ von Microsoft Teams, die den Schulen derzeit zur Verfügung gestellt wird. Gut 3 % wählen Video-Chatdienste wie Skype, Zoom, Facebook Messenger oder auch WhatsApp. Und die verbleibenden 2 % sind Individuallösungen, teilweise mit Lernplattformen, wie z. B. Moodle, Lösungen auf Bundesländerebene oder auch soziale Schulnetzwerke.

Viele Ideen werden dabei ausprobiert, was grundsätzlich begrüßenswert ist. Für mich erschreckend, bei aller Vielfalt die sich abbildet, ist das blinde Vertrauen in kommerzielle Online-Software, um mit Schulkindern zu kommunizieren.
So fragte auf Facebook eine Grundschullehrkraft „Habt ihr Ideen für die Zoomkonferenz mit Grundschulkindern?“. Da verschlägt es mir als Datenschutzbeauftragter tatsächlich die Sprache. Und weiter musste ich dazu einen Kommentar lesen „Wir machen das seit zwei Wochen täglich. [...] Die Kinder haben vorgelesen, Lieder vorgespielt ... alles null effektiv. Aber es geht ja ums "beieinander" sein ... und das tut ihnen offensichtlich gut“. Und gleich sechs weitere Lehrkräfte markieren diesen Kommentar mit einem Daumen hoch.

An diesem Beispiel zeigt sich die enorme Unkenntnis zu digitalen Medien und eine fehlende Sensibilisierung für den Datenschutz.

Warum kann ein Chat-Dienst-Anbieter wie Zoom für Schulkinder sehr gefährlich sein?

Am Beispiel des Video-Chat-Anbieters „Zoom“ möchte ich verschiedene Gefahrenquellen aufzeigen. Die Registrierung bei Zoom ist äußerst einfach, wobei man für eine Teilnahme an einem Video-Chat keine Registrierung benötigt.

Geht man den Weg der Registrierung, dann gibt man eine E-Mail-Adresse und den Vor- / Nachnamen ein und bestätigt die Nutzungsbedingungen. Es gibt keine Alterskontrolle oder sonstigen Sicherheitshürden. Lediglich die verwendete E-Mail-Adresse ist per Freischaltlink in einer E-Mail zu bestätigen.

Ab diesem Moment befindet man sich in der kostenlosen Basisversion, die Video-Chat-Meetings von bis zu 40 Minuten mit mehr als zwei Teilnehmern erlaubt. Diese Basiseinstellung dürften etwa 90 % aller Zoom-Kunden und 99 % aller Lehrkräfte nutzen.

Nun kann eine registrierte Person eigene Video-Chats als „Host“ (Gastgeber) initiieren und anderen Teilnehmern einen Einladungslink bzw. eine Meeting-ID mit oder ohne Meetingpasswort zustellen. Jeder, der über die gesetzten Mindestanforderungen an Kenndaten verfügt, kann dem virtuellen Meeting beitreten.

Soweit so gut. Hört sich noch nicht besonders spannend an.

Sind erst einmal die Verbindungen zu einer Klassenlehrkraft mit 20 Kindern aufgebaut, so bekommt man auf einem normalen Rechner (PC / Mac) alle Verbindungsteilnehmer angezeigt. Bei einem Smartphone sind es maximal vier Personen auf einer Seite. Beim Wischen der Seite sieht man dann die nächsten vier Teilnehmer usw. Also, je nachdem was für ein Gerät verwendet wird, umso mehr Personen sieht man gleichzeitig.

Jeder Teilnehmer bekommt auf diese Weise Einblick in das Privatleben einer teilnehmenden Person, hier also die der Kinder. Sind die Kinder im Grundschulalter, dürfte zumindest ein Elternteil noch dabei sitzen, wenn auch nur temporär. Bei 20 Schulkindern kommen somit weitere 20 Elternteile hinzu.

Was viele Zoom-Kunden nicht wissen: Jeder, der einen Video-Chat initiiert, hat die Möglichkeit diesen Chat aufzuzeichnen und bei sich oder in der Zoom-Cloud abzuspeichern. Laut dem Vorwort der Zoom-Datenschutzrichtlinien werden Teilnehmer über die Aufzeichnung informiert. In den Datenschutzrichtlinien selbst heißt es aber im Abschnitt „Aufzeichnungen“:

„Wenn Sie als Teilnehmer an einem Zoom-Meeting oder -Webinar teilnehmen, kann der Gastgeber die Sitzung aufzeichnen, und wenn dies der Fall ist, ist der Gastgeber dafür verantwortlich, Ihre Zustimmung einzuholen. Zoom hilft Gastgebern, die Zustimmung der Sitzungsteilnehmer einzuholen, und zwar durch Bereitstellung von visuellen und akustischen Hinweisen, um die Teilnehmer auf eine Aufzeichnung hinzuweisen.“

Die entscheidende Stelle habe ich rot markiert. Wenn der Gastgeber für die Einholung der Zustimmung verantwortlich ist, dann hat er auch die Möglichkeit, diese nicht einzuholen und braucht die Unterstützungsmaßnahmen von Zoom nicht in Anspruch nehmen. Dieses Satzkonstrukt widerspricht dem Wortlaut im Vorwort.

Unabhängig davon, ob der Gastgeber den Chat mit Zustimmung der Teilnehmer aufzeichnen kann oder nicht, kann jeder Teilnehmer via Screen Recorder (Bildschirmaufzeichnung) seinen Bildschirm aufzeichnen. Windows 10 verfügt beispielsweise über solch eine Funktion (Windows-Taste + G). In diesem Fall bekommt kein anderer Teilnehmer die Aufzeichnung mit.

Zwar bietet Zoom ein spezielles Paket für das Bildungswesen an, dieses schlägt aber gleich mit monatlichen Kosten von 150 US-Dollar zu Buche und dürfte in der überwiegenden Zahl nicht von Schulen in Deutschland genutzt werden.

Gehen wir mal davon aus, dass alle „berechtigten“ Teilnehmer anständig sind, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass E-Mail-Einladungen abgefangen oder versehentlich fehlgeleitet werden, vielleicht sogar die Kenndaten in einer Eltern-WhatsApp-Gruppe geteilt werden und somit keinem kontrolliertem Schutz mehr unterliegen.

Eine Lehrkraft kann nicht davon ausgehen, dass alles nach Plan verläuft. Ist nur ein Teilnehmer dabei, der nicht zum Video-Chat gehört, dann wird dieser nicht seinen richtigen Namen verwenden und vermutlich kaum auffallen, weil auch die Eltern darauf achten (hoffentlich!), möglichst keine vollständigen oder richtigen Namen ihrer Kinder einzutragen. Da Zoom-Teilnehmer nicht verpflichtet sind die Videofunktion zu aktivieren, können sie falsche Profilbilder verwenden und Hintergrundbilder bzw. -videos einspielen und einen Video-Chat massiv irritieren bzw. stören.

Solche Fälle sind in den USA bereist allseits bekannt und werden dort als „Zoombombing“ bezeichnet. In dem verlinkten Beitrag haben Studenten falsche Profile verwendet und pornografische Inhalte in Bild und Ton eingespielt.

Ich möchte mir ein solches Szenario nicht bei Grundschulkindern vorstellen, wenn es plötzlich heißt „Mama, was machen die da?“.

Oder schon einmal daran gedacht, dass die Bilder aus Kinder-Video-Chats auf Pornoseiten landen könnten? Oder dass Screenshots aus Video-Chats schon hunderttausendfach in sozialen Medien geteilt wurden?

Dazu besteht grundsätzlich die Gefahr des Hackens von Datenservern bzw. der verwendeten Chat-Software, die diese Leistungen bereitstellen. Offiziell beteuert Zoom immer wieder, dass sie selbst keinerlei Zugriff auf Video-Chats hätten, andererseits heißt es in der Datenschutzrichtlinie, dass alle übermittelten Daten, wie Cloud-Aufzeichnungen, Chat- / Sofortnachrichten, Dateien, Whiteboards plus alle anderen Daten, die während einer Nutzung geteilt werden, einer Nutzung durch Zoom unterliegen, um „unsere Dienste bereitzustellen und Ihnen eine bessere Erfahrung zu bieten“, wie es zitiert heißt.

Aus der Praxis weiß ich, dass das nichts anderes als eine Total-Kontrolle über die Daten der Nutzer ist, was dahingehend relativiert werden muss, dass anders keine Softwareentwicklung oder Verbesserung von Schutzmaßnahmen getätigt werden kann.

Sollte bis hier her immer noch keine Lehrkraft bedenken haben, dann will ich noch ein Szenario skizzieren, das jeden Tag in Schulen passiert: Mobbing!

Und hier meine ich nicht das Mobbing gegen Lehrkräfte oder der SuS untereinander, sondern von Lehrkräften gegen Eltern und Schüler.

Um in die Abgründe menschlichen Denkens zu gelangen, genügt ein Blick in das weltweit größte soziale Netzwerk: Facebook. In keinem anderen Netzwerk wird das analoge Leben so perfekt auf digitaler Ebene abgebildet wie dort.

So schreibt beispielsweise ein Sonderpädagoge in einer Gruppe für Lehrkräfte  „Es ist recht absurd, auf benachteiligte Menschen / Eltern und Schüler Rücksicht zu nehmen (ich arbeite an einer Förderschule)“.

Oder eine Lehrerin „Da muss man den Eltern noch beibringen, wie sie mit ihren Kindern umgehen müssen. Mir kommt das so vor, als wenn viele Eltern ihre Kinder bekommen haben, um sie vom Staat großziehen zu lassen“.
Als man die Lehrerin auf ihre Kommentierung ansprach, rechtfertigte sie ihre Äußerung mit „die Eltern schimpfen auch genug über die Lehrer“. Und man gewinnt den Eindruck, dass sich hier in Rage geredet wird, wenn man lesen muss „50% meiner Elternschaft sind leider faul und antriebslos“.

Glücklicherweise sind solche Verunglimpfungen „nur“ zu etwa 17 % zu lesen. Die deutliche Mehrheit an Lehrkräften und Pädagogen sind anständig. Dennoch ist eine steigende Tendenz dieser Artikulation festzustellen. In den Anfängen des sozialen Netzwerkens hätte dieser Personenkreis Pseudonyme verwendet, heute benutzen sie zum Kommentieren ihren Klarnamen.
Und dennoch frage ich mich, was für Menschen bildet der Staat aus, die so reden und öffentliche Bildungsaufgaben wahrnehmen? Nach meinem Verständnis werden solche Geisteshaltungen bereits im heranwachsenden Alter angelegt. Eine qualifizierte psychologische Befragung im Einstellungsverfahren könnte diese Fehlerquelle aufdecken.

Wen wundert es dann, wenn am Tag X der eine oder andere Elternteil so mancher Lehrkraft wenig Gutes wünscht und nur auf eine Gelegenheit wartet, um sie zu diskreditieren?
Mit Zoom hat man beste Möglichkeiten, dies zu tun. Je mehr Schulen Zoom als Mittel zur Schulunterstützung künftig einsetzen sollten, um so größer die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs. Traurig, dass in einer Situation, wie die der Coronavirus-Pandemie, man alle Regeln über Bord zu schmeißen scheint.

Doch neben pornografischen Inhalten werden beim „Zoombombing“ auch immer wieder Hassreden zur Diskreditierung eingesetzt, wie Fälle aus den USA in Boston und Kalamazoo zeigen. So warnt das FBI die Menschen vor Telekonferenzen und Online-Klassenzimmer-Video-Chats während der Covid-19-Pandemie und benennt dabei deutlich die Gefahr des „Zoombombings“. Damit aber noch nicht genug, die Sicherheitsbedenken scheinen erheblich zu sein, weshalb die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James nun die Datenschutz- und Sicherheitspraktiken von Zoom überprüft.
In einem Statement sagt Patrick Wardle, der erst neulich für die NSA (National Security Agency) arbeitete, dass bei Zoom eine starke Verschlüsselung, Datenschutzkontrolle und Sicherheit zu fehlen scheinen. Denn er, wie auch andere Forscher, fanden Fehler in der Zoom-Software, die es Hackern ermöglichen über die Webcam des Computers oder das Mikrofon zu spionieren. Diese Sicherheitslücke habe man nach Aufdeckung des Datenlecks geschlossen, so Zoom.

Die Website „Motherboard“ fand zusätzlich heraus, dass Zoom mit Facebook Daten austauscht, auch Daten über Personen, die keine Facebook-Nutzer sind. Auch hier gestand man erst einen Fehler ein, als dieser öffentlich wurde und man stoppte die Weitergabe von Daten an Facebook.

Immer wieder kritisieren Datenschützer, dass leicht zu bedienende Software im Detail erhebliche Datenschutzmängel aufweisen. Anwender suchen besonders in Krisenzeiten einfache Kommunikationsmöglichkeiten.


Nach der Coronavirus-Pandemie wird die Welt nicht mehr die gleiche sein wie zuvor. Die Digitalisierung wird in Deutschland einen enormen Schub erfahren, weil man nun erkannt hat, dass sie unabdingbar geworden ist.

Dies sollte Schulen aber nicht dazu verleiten, blind mit der Digitalisierung umzugehen oder auf Einheitslösungen zu setzen. Besonders die Abhängigkeit in Ecosystemen wie die der Anbieter von Apple, Microsoft oder Google sehe ich als gefährlich und kostspielig an. Der mittel- bis langfristige Trend wird eher dem BYOD folgen, weil der Staat nicht in der Lage sein wird, ein oder wenige Systeme dauerhaft zu finanzieren. Dazu verfügt der Staat nicht über die benötigten fachlich versierten Lehrkräfte und Kreativen wie sie gebraucht würden. Gewöhnlich arbeiten diese Menschen in Unternehmen, die ihnen neben einem lukrativem Gehalt auch mehr an Freiheiten und Können bieten, als es im Staatsdienst angeboten wird. Denn Schulen müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum sich das Bildungssystem in den vergangenen Jahrzehnten wenig veränderte.

Ich empfehle den Schulen, derzeit möglichst viele Ideen zu testen und auf Ecosysteme zu verzichten, die einen mittelfristig in eine Struktur- und Kostenabhängigkeit manövrieren. Vor allem sollten sie Minderjährige bei ihren Versuchen außen vor lassen.
Der Blick auf OpenSource-Systeme lohnt mehr denn je, weil sie eine große und unabhängige Entwicklergemeinde repräsentiert, die mit Engagement und geringer kapitalistischer Ausprägung Schulen flexibler, schneller, weiter und kostenärmer nach Vorne katapultieren können. Dazu wird die Kreativität aller Beteiligten gefördert und es entwickeln sich mehr Ideen und praxisnahe Lösungen für das Berufsleben nach der Schule, als in einem eingegrenzten Ecosystem. Jetzt sollten Lehrkräfte die Chance für sich und ihre Schule nutzen!

Titelbild: im Lizenzverbund der EDUNETZ.org


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12 Gedanken zu „Die Kunst des Fernunterrichtens und damit verbundene Gefahren

  1. Herr Hufnagel

    Ein ellenlanger Artikel, in dem alle Bemühungen von Lehrerinnen und Lehrern mit Pauschalisierungen zerredet werden und der einzige konstruktive Absatz beginnt und endet mit “Der Blick auf OpenSource-Systeme lohnt mehr denn je, weil sie eine große und unabhängige Entwicklergemeinde repräsentiert, die mit Engagement und geringer kapitalistischer Ausprägung Schulen flexibler, schneller, weiter und kostenärmer nach Vorne katapultieren können.”, ohne dabei tatsächlich irgendwelche Ratschläge zu geben.

    Um im Stil des Artikels zu bleiben, wird in keinem anderen Artikel der deutsche Datenschutz so perfekt abgebildet wie hier: Pauschal und lösungslos.

  2. Matthias Melzer

    Lieber Herr Wollenhöfer,
    Vielen Dank für diesen wichtigen Impuls. In der Tat vergessen wir in der Bildung gerade viel zu oft wie wir mit unseren Daten umgehen. Ein wenig mehr Reflexion ist hier sicher sinnvoll. Ich habe gerade ein Video zu sicheren Konferenzen veröffentlicht. Schauen sie mal rein: https://youtu.be/qWjII203T50

    Beste Grüße,
    Matthias Melzer.

  3. Peter Popp

    Sie haben vergessen, dass in Bayern die meisten Schulen mit mebis.bayern arbeiten – die Plattform, die uns von unserem Dienstherrn zur Verfügung gestellt wird. Alle Kinder haben einen eigenen Zugang. Prozentual müsste sich die Mebis-Plattform also in ihrer Aufzählung “In meiner Wahrnehmung …” bemerkbar machen. Hier hat Ihre Wahrnehmung tatsächlich nicht alles korrekt erfasst, weil Mebis in Bayern intensiv genutzt wird. Spätestens seit der Corona-Schulschließung auch von Grundschulen.
    Zudem ist Zoom nach der Stellungnahme der bayerischen Datenschutzbeauftragten für die Schule aus Datenschutzgründen untauglich. Die meisten Schulen halten sich daran. Viele haben nun Zugänge über Cisco-Webex unter dem Hosting der Telekom.

  4. St.Klaus

    Wie seiht es denn nun konkret mit Cisco Webex aus – JA, für den Einsatz in Schulen geeignet oder NEIN (wenn das der Fall ist , WARUM?!)

    Ein paar Lösungsansätze/-vorschläge, was man denn alternativ nutzen könnte wären sehr hilfreich und nicht nur, “DAS GEHT NICHT” …

    VG

    1. Thorsten Wollenhöfer Post Author

      Sehr geehrter Herr Klaus,

      danke für Ihren Kommentar. Bedauerlicherweise wird oftmals darauf gewartet, dass es eine einheitliche und sichere Lösung “von oben” gibt. Diese gibt es aber nicht, weil die Anforderungen und Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind. Was für den einen funktionieren mag, ist für den anderen vielleicht gar nicht geeignet. Entscheidend ist, dass sich Schulen inhaltlich mit den Möglichkeiten auseinanderetzen und prüfen lernen, was die Anwendungen tatsächlich bewirken, also auch mittel- bis langfristig. Das bedeutet für ein Kollegium viel Arbeit, die aus meiner Sicht aber unerlässlich ist, um Digitalisierung verstehen und anwenden zu lernen. Schließlich fordern die Lehrkräfte von ihren Schülerinnen und Schülern, sich mit dem Schulstoff inhaltlich auseinanderzusetzen. Und warum sollte man dies von Lehrkräften nicht auch erwarten dürfen?

      Mit besten Grüßen
      Thorsten Wollenhöfer

  5. Steffen Klaus

    Das ist ja wieder ne Antwort…

    Statt DANACH über mögliche entstehende “Gefahren” zu referieren und den Finger zu heben, einfach mal die konkrete Frage beantworten.

    So wie der “beanstandete” Meetinganbieter ja analysiert wurde , hätte man es ja mal mit Alternativanbietern machen können und eine Empfehlung aussprechen können.
    Aber so ist es eben leichter – erst mal machen lassen (teilw. mit viel Engagement und Aufwand, was motivierte Lehrkräfte schon immer machen!!!) um dann zu sagen, so geht es nicht – leider nix neues…
    Schade!

    1. Thorsten Wollenhöfer Post Author

      Sehr geehrter Herr Klaus,

      ein kleiner Blick in die Kommentare etwas oberhalb und Ihnen wäre ein Videolink aufgefallen. Ein bisschen Mühe sollte es schon sein. Das könnte Ihre Frage vielleicht beantworten. Doch so verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich auch die Interessen. Daher, arbeiten Sie sich in die Materie ein, es wird Ihnen helfen.

      Weiterhin viel Erfolg mit der Digitalisierung!

      Mit besten Grüßen
      Thorsten Wollenhöfer

  6. Steffen Klaus

    Den Videolink und sogar das Video habe ich – ohne Mühe – gefunden …

    Es ist schade, wie hier kommuniziert wird – ein konstruktiver Austausch ist so sehr eingeschränkt … schade , erneut.
    Ein wenig Mühe sollte es schon sein, sich gemeinsam mit dem für alle Beteiligten nicht ganz einfachen Thema konstruktiv auszutauschen. Denn die konkrete Rückmeldung von der echten Basis sollte das Hauptkriterium sein. Und genau diese Basis – zu der ich mich und meine engagierte Kolleginnen und Kollegen zähle, sind für jede Hilfestellung, Anregung und Co. dankbar, um im so schon mehr als zeitlich und organisatorisch vollgepackten täglichen Ablauf vernünftige Ansätze zu finden und umzusetzen ohne sich in Sackgassen, Fallstricke oder zeitlichen “Endlosschleifen” wiederzufinden.
    Wir werden das – wie so oft und bisher – auch das wieder hinbekommen …

    Gruß St.Klaus

    1. Thorsten Wollenhöfer Post Author

      Sehr geehrter Herr Klaus,

      danke für Ihre Rückmeldung. Ich bedaure, wenn Sie die Kommunikation als nicht ausreichend ansehen. Ich habe versucht Ihnen zu vermitteln, dass es enorm viele Lösungen in der Digitalisierung gibt. Um, davon bin ich überzeugt, für eine Schule einen Weg zu finden, der das “digitale Lernen” bzw. die “digitale Kommunikation” fördert, bedarf es nicht nur irgendeiner Technik, sondern der Kenntnis, wie eine Schule Elemente der Digitalisierung einsetzt, so dass SuS und Lehrkräfte einen Lernzuwachs erhalten und nachhaltig davon profitieren bzw. die Schule es schafft gewinnbringend zu kommunizieren.

      Mein Eindruck bei 9 von 10 Schulen ist, dass Lehrkräfte überproportional Lerninhalte aus Schulbüchern nehmen (z. B. durch Kopiervorlagen) und fast ausschließlich diese benutzen, ohne erkennbare Eigenleistung. Wenn Sie meinen Beitrag gelesen haben, dann ist Ihnen sicherlich der Passus “In meiner Wahrnehmung senden etwa 90 % der Lehrkräfte Arbeitsblätter an die E-Mail-Adressen der SuS bzw. Eltern und versorgen sie so …” aufgefallen. Dazu haben Sie bestimmt auch diesen bemerkt, “Viele Ideen werden dabei ausprobiert, was grundsätzlich begrüßenswert ist. Für mich erschreckend, bei aller Vielfalt die sich abbildet, ist das blinde Vertrauen in kommerzielle Online-Software, um mit Schulkindern zu kommunizieren.”

      Derzeit sehe ich bei etlichen Schulen einen digitalen Wildwuchs, ohne Strategie und Nachhaltigkeit – also keine erkennbare Linie. Ich halte das für wenig hilfreich. Um Ihnen dennoch ein Praxisbeispiel zu geben, wie es eine Schule bereits im Jahr 2018 schaffte, Elemente der Digitalisierung in den Schulbetrieb nach und nach einzugliedern, so prüfen Sie doch mal bitte das Kommunikationsportal https://www.schlossschule.org/. Diese Schule (250 SuS) erreicht 98 % aller Eltern und 100 % der Lehrkräfte über digitale Kanäle binnen 45 Minuten. Dazu zählen der vollautomatische öffentliche Newsletter mit 330 Abonnenten, das geschützte Elternforum mit 150 Mitgliedern, das virtuelle Lehrerzimmer mit 20 Lehrkräften, der Telegram-Newskanal mit 150 Abonnenten, die Interaktionen im geschützten Portal mit 254 Mitgliedern, 12 Klassengruppen, der schuleigene YouTube-Kanal mit 390 Abonnenten und weit über 25.000 Videoaufrufen (diesen Kanal gibt es erst seit 6 Wochen).

      Alle am Schulleben berechtigten Teilnehmer haben 24/7 Zugriff auf geschützte Bereiche. Es spielt für die Personen keine Rolle, ob sie ihren PC, Mac, Laptop, ihr Smartphone, Tablet oder Smart TV benutzten. Auch ob die Geräte im Hoch- oder Querformat eingesetzt werden ist unerheblich. Sind Personen in der Schule, Zuhause oder im Urlaub, vielleicht bei Bekannten, Kollegen, Verwandten – so besteht Zugriffsmöglichkeit. Digitalisierung verbindet Zeit und Raum ohne analoge Grenzen.

      Wenn es Ihnen gelingt, Digitalisierung ganzheitlich zu denken und Elemente strategisch miteinander zu verknüpfen, so dass sie wie Zahnräder ineinandergreifen, dann haben Sie die “Digitalisierung” meines Erachtens verstanden. Und danach kommt dann noch die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), die es einzupflegen gilt mit allen Dokumentationspflichten, die auch Schulen zu erfüllen haben plus dem Recht, das Anwendern zusteht, zu wissen, was mit ihren Daten passiert. Und, wenn Sie mir jetzt eine Software auf dem Markt nennen, die Ihnen dass alles abnimmt und sofort Ihre Bedürfnisse erfüllt, dann haben Sie mir einiges voraus.

      In diesem Sinne viel Erfolg und gutes Gelingen weiterhin!

      Es grüßt
      Thorsten Wollenhöfer

      PS. Vielleicht haben Sie jetzt einen anderen Einblick in die Möglichkeiten der Digitalisierung erhalten und bemerkt, dass es Menschen braucht, die sie versteht.

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